?

Log in

No account? Create an account
naru_06 [entries|archive|friends|userinfo]
naru_06

[ website | -> Narus eigentlicher Schreibort. ]
[ userinfo | livejournal userinfo ]
[ archive | journal archive ]

Five words [Dec. 3rd, 2011|04:38 pm]
naru_06
Gestern wurde unsere allmonatliche Teambesprechung von einem Anruf gesprengt, als wir gerade mitten in spannenden Grundsatzdiskussionen über unser marodes Gesundheitssystem waren, weil, wenn sich Freitag nachmittag um 16 Uhr die Nachtwache für Freitag und Samstag Nacht krank meldet, dann hat man ein Problem.

Naru ist spontan, unverheiratet und ohne Kinder. Deshalb bin ich heute außerplanmäßig wieder eine Nachtschwester und bereite mich innerlich darauf vor, indem ich gute Laune verbreitende Musik von putzigen norwegischen Jungs anhöre (http://www.youtube.com/watch?v=qJD6H-pF0eQ&feature=results_video&playnext=1&list=PL506BC8C15956B8E0).

Außerdem erfreue ich mich gerade generell meines Lebens, die umherrollende Krankheitswelle schwappt bisher immer brav an mir vorbei, die bisherigen Versuche meiner Mandeln, sich mit diffusen Beschwerden zurückzumelden, habe ich erfolgreich in Thymiantee ertränkt, der Herbst war schön, der Winter ist bisher auch sehr schön trocken und ohne Glatteis und sehr mild, so dass ich fleißig in den Bioladen meines Vertrauens marschieren kann an meinen freien Nachmittagen, ohne dabei als Eiszapfen wieder zurückzukommen, und Kürbisse und Himbeerlassi einkaufen kann.

Und nu muss ich mich commes five words widmen, die sie mir hat zukommen lassen:

1) Brot.

Oh, das ist ein weites Feld, Luise. Meine Mama hat früher immer Brot gebacken! Und eine meiner frühen Kindheitserinnerungen, ich war irgendwas zwischen 3 und 6, besteht aus meiner Mama, der Getreidemühle, und einem Nachbarsmädchen namens Melanie, mit der ich aus dem Mehlauffangfach der Mühle die sich dort immer befindenden Mehlreste rausgekratzt hab und sie mit irgendwas angerührt und daraus Fladen geformt habe. Vermutlich haben wir sie danach an ihre Puppe verfüttert, so genau weiß ich das auch nicht mehr. Und später bin ich dann immer in der großen Pause im Gymnasium (von 9.30 bis 9.45, wohlgemerkt) in den nächsten Bioladen gerast, habe fünf Kilo Dinkel und 5 Kilo Weizen eingekauft und dann unter den mißtrauischen Augen meiner Mitschüler den ganzen Tag mit mir rumschleppen müssen. (Naja, sonst hätte es ja kein Brot gegeben, was tut man nicht alles.)
Und als ich auf meinem Bauernhof gewohnt hab, viel viel später, hab ich Holzofenbrot backen gelernt, so ungefähr fünfzig Laibe pro Backofen und ich hatte eine sehr praktische Teigknetmaschine, weil, knetet ihr mal fünfzig Laibe von Hand. Die Narbe zwischen meinem rechten Daumen und Zeigefinger stammt von diesem wunderhübschen Holzofen und einem sehr heißen Backblech, das da drin war. Brotbacken ist etwas sehr Meditatives. Ich empfehle es allen gestressten Burn-Out-Managern, die sich den ganzen Tag mit Tastaturen, Zahlen und Touchscreens beschäftigen.

2)Urlaub

Den ganzen Januar werde ich weg sein! Weit weg! Und über Silvester auch! Ich bin noch ganz fassungslos. Urlaub ist, je nach Destination, ein sehr unökologisches Unternehmen. Deshalb muss ich auch noch irgendwo Bäume pflanzen oder aber dem NaBu was spenden, damit er auch weiterhin Gelbbauchunken rettet oder Moore renaturiert. Ich finde es aber gerade sehr interessant, dass ich gar kein Bedürfnis habe, den Beginn des Urlaubs unglaublich herbeizusehnen bzw. die Zeit bis dahin zu verkürzen. Vermutlich ist dies ein relativ gesundes Gefühl und Anzeichen dafür, dass ich mich gerade auch in meinem Arbeitsleben wohl und nicht zu sehr belastet und überfordert fühle. Ich finde, das sollte so sein. Wenn ich nur auf meinen Urlaub hinleben würde, was sagt das denn über mein sonstiges Leben aus?
Aber ich freu mich auf Sonne.

3) Winter

Im Sommer finde ich den Winter immer schlimmer als im Winter selbst. Ich fürchte, man adaptiert sich so nach und nach an die Dunkelheit und die Kälte. Und wenn's dann mal wirklich eisig und schneeig ist, dann zieht man sich halt warm an und außerdem kommen dann Kerzen und Plätzchen und Tee und Kuscheliges. Doof im Winter ist allerdings, Auto zu fahren. (Ich hatte bisher immer nur im Januar Unfälle und immer nur bei Glatteis. RIP, mein kleines rotes Auto! Ich hoffe, du hast ein schönes Grab gefunden.) Und ja, im Februar, da reicht's mir dann auch irgendwann mal. Wobei Schneeschippen, positiv betrachtet, einen zu vermehrter körperlicher Aktivität zwingt, die einem jedes Fitnessstudio o.ä. erspart. (Dinge, die ich noch nie getan habe: Ins Fitnessstudio gehen. Sind das eigentlich zwei oder drei s?)

4) Holz.

Holz ist einfach! Holz, das ist das waldig riechende schwere berindete Zeugs, von dem Naru und ihr Liebster vor zwei Wochen ca. 2,5 Tonnen halbe Bäume in einen Anhänger gestopft, heimgebracht, ausgepackt, kleingesägt, gespalten und aufgestapelt haben. Danach hatte ich Muskelkater! (Siehe: Dinge, die einem das Fitnessstudio ersparen.) Man kann Lagerfeuer damit machen und den Ofen heizen und es wärmt wunderhübsch, viel schöner als eine Heizung.

5) Straße.

Straße? Straße?? Ich muss in mich gehen. Straße. Ja, hm. Straßen sind schon ganz geschickt, ne. Und die gibt es ja auch schon recht lange, ne, damals, in den alten Asterixen meiner Kindheit, hatten die ja auch Straßen, so mit lauter hubbeligen Steinchen, so ähnlich wie Kopfsteinpflaster. Ansonsten fällt mir dazu nur das alljährlich Lamento im ADAC-Heft ein, dieses unsägliche Seniorenheftchen, in dem jedes Mal auf ca. 20 Seiten für seniorengerechte Handys (mit einem großen roten und einem großen grünen Knopf) und für seniorengerechte Donau-Kreuzfahrten für 399 € mit deutschsprachiger Reiseleitung und abendlichem Unterhaltungsprogramm, ächz, geworben wird, anyway beklagen sich darin in schöner Regelmäßigkeit Menschen über den erbärmlichen Zustand deutscher Autobahnen etc pp und wundern sich dabei nicht wie Naru über diese erheblich zugenommene Anzahl fetter höhergeschraubter Pick Ups oder was auch immer das ist, diese riesigen amerikanischen Karossen mit extra Seitentrittbrett zum Einsteigen, mit denen man eigentlich auf 'ne Safari gehen könnten, und über die Millionen LKWs, die Millionen unnütze Konsumgüter über unsere Straßen schleifen, von denen eine Hälfte von Kindern in China zusammengeschraubt und die andere Hälfte vom Discountfilialmitarbeitern am nächsten Tag wieder weggeschmissen wird. (Taste the waste, anyone?)

Ach ja, die Welt. Kann die mal jemand retten, zwischendurch?
link5 comments|post comment

Schüchterne Tiger [Oct. 12th, 2011|07:20 pm]
naru_06
Herbst!

Meeensch. Naru ist jetzt schon... seit... sechs Monaten ein fleißiges Arbeitsbienchen und wuselt zwischen Ärzten, Putzfrauen, Kaliumchlorid, Chamomilla, Liposarkomen und Evolutionbetten herum.

Momentan bin ich die Nachtschwester. ("Schweschder! Ich muss auf'n Topf!" ist der häufigste Satz, den ich nachts zu hören kriege.) Friedlich sitze ich da und tropfe Novalgintropfen meditativ vor mich hin, räume Schränke um und auf, hüte meine Patientenakten, koche Schachtelhalmtee, hole nachtwandelnde Notfälle ab, stecke sie in ein warmes Bettchen, tröste schlaflose Menschen und verteile Wärmflaschen.

Ansonsten tat ich andere Dinge. Zum Beispiel nach Dresden fahren! Dresden ist eine wunderhübsche Stadt mit vielen vielen schönen alten Häusern und Villen und vielen unschönen neuen Häusern und vielen netten Menschen und einem durchgängig fahrenden S-Bahn-System (nicht so wie hier, wo die letzte S-Bahn nachts um halb eins fährt. Und wo man dann noch von der S-Bahn in einen Bus steigen muss, um nach Hause zu kommen, der natürlich auch nur alle zwei Stunden lostuckert. Glücklicherweise hab ich ein Auto. Ein rotes.).
Dort entdeckte ich eine prima Band namens Les Jupes (http://www.youtube.com/watch?v=Tds0XaKAkus das ist'n schönes Lied.) und war gleich Fangirl :) und latschte nachts durch die Neustadt und traf lustige Menschen und bekam Mangosaft ausgegeben und hörte Helge Schneider auf der Toilette der Lebowski-Bar. Und wie schon im Januar konnte man wieder fleißig Babyzählen veranstalten (lauf eine Stunde durch Dresden und dir kommen gefühlt dreißig Menschen entgegen, die Babys aller Formen und Größen mit einem Babytragetuch um sich rum gewickelt haben) und es gab nur einen einzigen Bioladen in erreichbarer Nähe und der wurde gerade umgebaut. Schlimm, das.
Und die Deutsche Bahn war wieder zuverlässig unpünktlich bzw. stellte sich alle zwanzig Minuten regungslos in die Pampa und beglückte uns mit Durchsagen wie "Unsere Weiterfahrt verzögert sich um unbestimmte Zeit, da uns gerade ein Güterzug mit Volkswagen drauf entgegen kommt, der Vorfahrt hat". (Okay, auf der Rückfahrt warens "Personen auf dem Gleis, wir bitten um Verständnis", als wir eine Stunde zwischen Backnang und Stuttgart herumstanden.) Aber es war schee und da ich danach eh wieder Nachtschicht hatte, war es auch nicht schlimm, dass ich drei Tage hintereinander erst irgendwann morgens mein Bett wieder fand. (Mein Biorhyhthmus! Ich glaube, ich muss ihn allmählich zu Grabe tragen.)

Und und und weil ich sehr verständnisvolle Menschen um mich rum habe, was individuelle Urlaubsplanung angeht, beschloss Naru-Kind, mal fremde Kulturen kennenzulernen und ihren Horizont zu erweitern, d.h. ich ging hin, bekam fünf Wochen Urlaub im Januar und ging Flüge angucken. Nie im Leben war ich bisher auf einem Flughafen geschweige denn in einem Flugzeug! Das wird zwar meinen Öko-Heiligenschein schwer herabdimmen, aber irgendwo gibts sicher noch Ecken, wo man Bäume pflanzen kann. *googelt atmosfair* Ich fürchte, ich werde völlig paralysiert am Flughafen stehen und nicht wissen, was ich tun soll und wohin mit mir und überhaupt und wieso fliegen so schwere Blechkästen überhaupt, ich finde, das widerspricht allen Regeln der Physik, nein, ich will jetzt keine Aufklärung über Auftrieb und Luftwiderstand und Leonardo DaVinci. (Süß fand ich übrigens, dass Diana Wynne Jones, Gott hab sie selig, in "Tale of Time City" Leo DaVinci als Zeitreisenden vom 380. Jahrhundert oder so angelegt hat. :D Ich schmunzelte.)

Süß ist auch der neue Moers, auch wenn das Geschimpfe groß ist von wegen "Das ist ja nur Teil 1!", "Da passiert ja gar nix!", "Langweilige Puppetismus-Abschweifungen!". Naru las es gerne, aber ich bin auch Zamonien-hooked, das muss so. Das ist wie bei Harry Potter. Solange die Fans ihre eigene Welt mit neuen Infos, Personen und Hintergründen ausschmücken können, ist es gar nicht so wichtig, was eigentlich passiert, Hauptsache, man ist wieder drin in diesem Kosmos und kann gucken, was sich hier so alles tut und auf welche alten Bekannte man wieder trifft. Und ich finde die Sache mit den Anagrammen immer noch schnieke. Man kann sich dabei so prima einbilden, eine klassische Allgemeinbildung genossen zu haben, und es ist wie Ostereiersuchen, auch wenn man im Leben noch nie was von Gottfried Keller gelesen hat. (Stimmt doch gar nicht, ich mag Keller.)

Neulich fiel mir ein altes Buch mit deutschen Balladen in die Hände, das mich auf entzückende Weise in den Deutschunterricht zurück versetzte. Mitlesende Menschen fragten nach der dritten Ballade entsetzt, warum die eigentlich immer so tragisch ausgingen und immer diese enttäuschten Liebenden und Kriegsinvaliden und ungesühnte Morde und Füße im Feuer, ach, es ist grausam. (Ich fürchte, die Geschichte ist generell eher grausam. Ach, mein Glaube an das Gute im Menschen wird ab und zu schwer herausgefordert, aber noch geht's.)

Ich werde jetzt Timid Tiger hören. Das beruhigt mich. Und Les Jupes. Und Kürbissuppe essen, aus Butternutkürbissen aus meinem Gärtchen. Und danach arbeiten gehen, als fleißiges Bienchen, und neue Novalgintropfen tropfen.
link1 comment|post comment

Sonnenstreifer [Aug. 9th, 2011|12:46 pm]
naru_06
[mood |sicksick]

Jetzt hab ich einen Liter Thymiantee in mich hineingeschüttet (next one: Lindenblüten. Stirb, Erkältung, stirb!), meine Station angerufen, mich schlecht gefühlt, weil nun andere Menschen statt einem freien Tag meine Spätschicht übernehmen müssen, bin fröstelig in der Wohnung auf- und abgelaufen und habe versucht, mich daran zu erinnern, wann ich das letzte Mal krank war. Immerhin scheint es schon 'ne Weile her zu sein.

Apropos Weile, ja, das Naru lebt noch. Was tat ich denn?
Zunächst mal entdeckte ich, dass das Leben als Auszubildende deutlich entspannter war als als (als als als) frisch examiniertes Schwesterchen mit einer halben Station an der Backe bzw. nachts 'ner ganzen Station und Notfällen und Fortbildungen und Supervisionen und BTM-Schlüsseln etc pp. Ach, die gute alte Zeit, als ich in einer gemütlichen Spätschicht im Oberkurs meine vier Patienten von vorne bis hinten hegen und pflegen konnte, während die anderen hektisch durch die Gegend rannten! Jetzt renne ich selber hektisch durch die Gegend und bin froh, wenn ichs abends mal schaffe, fünf Minuten mit dem Herrn von Zimmer 7 über seine Bauchbeschwerden zu quatschen, und geh dann heim und denke, saaaag mal, was haste jetzt eigentlich die ganze Zeit gemacht, statt Zeit für die Leute zu haben, wegen denen du eigentlich da bist?
Kurven gesucht, mit Ärzten diskutiert, Tabletten gerichtet, Infusionen angehängt, Antibiosen verabreicht, unklaren Anordnungen nachtelefoniert, Betten bezogen, Nachtstühle hin- und hergetragen, Essen ausgeteilt, mit der Küche telefoniert, weil alles falsch geliefert wird, Schüler angeleitet, mit der Technik telefoniert wegen kaputter Gegenstände, bei Punktionen assistiert, Patient A zum Röntgen geschoben, Patient B zum CT geschoben, Patient C aus dem Aufwachraum abholt nach 'ner OP, Verbände gewechselt, Entlassungen geplant, mit Angehörigen, Hospizen und Pflegeheimen telefoniert, Pflegeüberleitunsgbogen ausgefüllt, Sturzprotokoll geschrieben, Dauerkatheter gezogen, Patient D mit Atemnot zum Röntgen geschoben und auf dem Weg dahin gleich auf die Intensivstation gebracht, weil er blau anlief, Wunddokumentation, Notfallneuaufnahme aus der Ambulanz abgeholt, dokumentiert, Zäpfchen verteilt, Schmerzmittel verteilt, verwirrte Omis ins Zimmer zurückgebracht...

Ich würde echt gerne mal so eine Schicht lang dokumentieren, wieviel Minuten ich tatsächlich bei den Patienten im Zimmer verbringe und in welche Tätigkeiten eigentlich die ganze andere Zeit hinverschwindet.

Anyway. Das Krankenschwesterndasein ist recht aufreibend. Naru wird in sich gehen, inwiefern man das sinnvoll gestalten kann.

Habe ich erwähnt, dass ich jetzt ein Gärtchen habe? Das Dumme ist, dass an der Straße daneben lauter Autos, LKWs und Krankenwagen vorbeifahren, und zwei große Bäume darin beschatten unseren Balkon, aber da die Sonne grad eh nicht scheint, macht das nicht viel aus. Leider passen auch nur ein paar Tomaten in Kübeln und ein Holunder und Salbei und Melisse und Minze und Malven und Kürbisse und Stevia und eine einzige winzige Ringelblume rein.

Außerdem wuchert dafür mein anderes Gärtchen farfaraway um so mehr. Dieses Jahr wachsen Artischocken! Auberginen! Paprika! Stechapfel! Habe schon kiloweise Tomaten und Gurken und Bohnen geerntet. Wo der Stechapfel herkommt, ist mir ein völliges Rätsel, aber er schien das Bedürfnis zu haben, neben den Tomaten, im Kompost, neben dem Sellerie und in der großen Badewanne voller Paprika zu wachsen. Mysteriös, das. Haben früher nicht die Hexen sich mit Stechapfelsalben beschmiert und sind damit auf den Blocksberg geflogen, angeblich?
Werde das nicht als Anregung betrachten, weil, das ist nicht schön, was dabei alles passieren kann, sagt Naru, die wochenlange Ausbildungseinsätze in der Psychiatrie erlebt hat.

Außerdem² habe ich zu wenig Zeit für meinen Garten, das beunruhigt mich gerade. Meine, uh, wie nennt sich das jetzt in dieser ärmlichen Managersprache, Work-Life-Balance ist etwas aus dem Lot geraten.

Aber ich entdecke gerade lustige neue Musik, d.h. eigentlich ist das eine Ecke, die für Narukind immer sehr abwegig war, aber ab und zu muss man sich mal in neue Gefilde wagen.
Naru war nämlich dieses Jahr aufm Stoned from the underground ), und da war es sehr amüsant. Menschen mit Bärten und langen Haaren und T-Shirts mit Bandnamen darauf! (Naru und Anhang machten Strichlisten. Wer die meisten Monster Magnet-Shirts gezählt hatte, hatte gewonnen.) Zelte und Regen und Matsch und Sonne und ein See zum Baden und schöne Musik ( http://www.youtube.com/watch?v=l1z0YTvknHA&feature=related )
und schräge Musik und generelles Andere-Menschen-in-ihrem-Tun-und-Sein-beobachten. Naru hüpfte herum und wurde von all den schwärzlich angehauchten düsteren Menschen misstrauisch beäugt bzw. bekam Einladungen zum Absinth, aber da ich keinen Absinth trinke und eh auf meine evtl. etwas angetrunkenen Mitmenschen aufpassen musste, wurde nix draus.

Aber es war schon etwas sehr anderes als meine Hippie-Woodstock-Afrika-Karibik-Reggae-Festivals im tiefsten Bayern. (Die sind dafür familienfreundlicher, vegetarierfreundlicher und ökologisch korrekter - zumindest hab ich mich da nicht über achtlos herumgelassene Müllberge aufregen müssen und über die anscheinend angeborene Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität meiner Altersgenossen.) (Und wie die sich alle zugeschüttet haben mit Bier! Das war nicht mehr schön. Ich fürchte, nach drei Tagen war ich die einzig nüchterne Person auf dem ganzen Gelände.)

Oh, und älter wurde ich auch mal wieder und hatte das unwahrscheinliche Glück, im verregneten Juni einen sonnigen Geburtstag zu erwischen (und im verregneten Juli und im verregneten August, also Leute, was ist das denn für ein Sommer hier, das geht doch auf keine Kuhhaut.) und bekam wunderbare Päckchen aus fremden Städten. (Apropos fremde Städte, im Herbst bin ich mal in Dresden und im Harz und in der Lausitz und evtl. auch in Düsseldorf, aber weitere Planungen stehen noch in den Sternen. Aber irgendwann werd ich mal meine comme besuchen, sofern sie da nicht in Amerika rumfliegt.

Ich fürchte, ich muss mich hinlegen. (In eine Badewanne, würde Latte Igel jetzt sagen. Ich könnte Latte Igel lesen. Es würde mich sicherlich beruhigen in meinem verschnupften Zustand.)
linkpost comment

My sleeping Naru [Jul. 30th, 2011|07:06 pm]
naru_06
Böses Naru! Böses Naru!

Schon der 30. heute und schon wieder gleich zwei Geburtstag verschlafen, das ist nicht mehr schön hier. Ich nehme es als Wink mit dem Zaunpfahl, weniger Nächte zu arbeiten und mehr Rhythmus in mein unrhythmisches Leben zu bringen (äh, nur wie?)!
Deshalb hiermit mit einem Tag Verspätung einen ganzen Karton voller Glückwünsche an meine liebste comme, die fernfern von hier hoffentlich etwas schöneres Wetter hatte als hier im Süden (Sonne, Hagel, Regen, Sonne, Wolken, Regen, Sonne, Hagel, Wolken, Nacht). Gab es Muffins? Luftballons? Liebe Menschen, die für dich gekocht/gebacken haben? Kerzen? Briefchen? Aufgeregte Anrufe von Eltern und Verwandten a la "Meeeensch, bist du schon wieder alt geworden! Wie die Zeit vergeht!"

Äh, eigentlich sollte ich noch einiges mehr schreiben, dummerweise spielen heute abend Ufomammut und da muss ich nu hin. Mist. Die guten Vorsätze und so.

Tomorrow! Tomorrow?
link1 comment|post comment

(no subject) [Mar. 18th, 2011|04:05 pm]
naru_06
[mood |excitedexcited]

Eins komma null, Babys!


(Ja, die Plagiate leben! Also gut, dann nochmal richtig: "Eins komma null, Babys"²

²comme, irgendwann mal, nach ihrem Studium, in livejournal.com vor vielen Monaten)

Oh, oh, ich redete heute dreimal eine Viertelstunde lang sehr viel über Gallenkoliken, Brustkrebs und Suchtentwicklung und wusste gar nicht, warum mich dieses Gerede nu nach drei Jahren in irgendeiner Form qualifizieren soll, kranke Menschen zu pflegen, aber da nachher auf meiner Sie-sind-jetzt-Krankenschwester-Urkunde dann schriftlich und praktisch auch 'ne Eins draufstand, dachte ich, na, da nehm ich das einfach mal an und freu mich.

Freu!

Andererseits fliegen grad Reaktoren und so in die Luft, das ist nicht schön. Boykottiert EnBW!
link5 comments|post comment

Die Polizei, dein Freund und Helfer [Oct. 1st, 2010|09:59 am]
naru_06
[mood |pissed offpissed off]

Das ist sowas von nicht mehr normal.

Naru steht an einem Bauzaun, um mich herum tausende trillernde, trommelnde, pfeifende, Parolen skandierende Menschen, und zwei Meter vor mir erstreckt sich eine schwarz-grüne Masse an bis oben hin zugepanzerten Menschen, mit Schlagstöcken und Schienbeinschützern und Schusswesten und Schutzhelmen, alle verkabelt, alle stur nach vorne blickend, und man denkt, Leute, sind wir jetzt Schwerverbrecher oder was? Was rechtfertigt dieses extreme Polizeiaufgebot? Warum karrt man notfallmäßig noch Hundertschaften aus Rheinland-Pfalz herbei, während schon die halbe Baden-Württemberger Polizei sich im Schloßgarten versammelt? Wovor haben die Angst - dass wir unsere Meinung äußern?

Es gab keine Pflastersteine. Aber es ist einfach, zu sagen, wir wurden mit Steinen beworfen, also haben wir mit Wasserwerfern zurückgeschossen. Nicht so einfach ist es, zu behaupten, ein paar zehnjährige Mädchen hätten den Polizisten gegenüber "deutliche Aggressivität" gezeigt und wären in bedrohlicher Weise auf Polizeiautos geklettert, aber irgendwie muss man ja rechtfertigen, dass man Pfefferspray aus nächster Nähe gegen Kinder einsetzt.
Wer dabei war, kanns bezeugen. Wenn sich zehntausend Leute versammeln, ist da immer irgendein besoffener Idiot dabei, der glaubt, er muss jetzt hier mit Bierflaschen werfen. Jede dieser sinnlosen Aktionen wurde von der Umgebung mit "Keine Gewalt!"-Rufen, mit Pfiffen und Buhrufen quittiert, jedesmal wurde von den Menschen drumherum versucht, den Jeweiligen zu entschärfen, das Deeskalationsteam war präsent und davon wurde auch die Stimmung bis in die Nacht hinein geprägt. Neben mir war auch mal zwischendurch ein Trupp leicht angetrunkener Linksangehauchter, die Ideen äußerten von wegen, lasst uns den Zaun umwerfen und stürmen, aber da jedem klar war, dass das nur ein willkommenes Signal für die Polizei gewesen wäre, wieder mit Gewalt zu antworten, und da es eh eine völlig sinnlose Aktion gewesen wäre, wurden die auch zurückgehalten.

Es gibt viele Gerüchte, es gab auch Gerüchte um von der Polizei bewusst eingesetzte Provokateure, die eine Eskalation hätten rechtfertigen können. Es gab viele Spannungen und viel Hilflosigkeit, als dann irgendwann doch die Bäume fielen.
"Kinderschläger!" war eine sehr beliebte Parole in dieser Nacht. "Wir sind das Volk!" auch.

Und ich verstehs immer noch nicht.
link4 comments|post comment

Prokrastination, baby [Aug. 16th, 2010|12:01 pm]
naru_06
What I did to procrastinate successfully this morning:

- bis um halb zehn im Bett umhergewälzt (freier Tag, juhu! Noch fünf Mal Frühschicht bei den Babys und dann wieder ein freier Tag!) und mich an diverse warme, schläfrige Menschen neben mir angeschmust

- Post geholt und Engelbert-Strauss-Kataloge durchgeblättert (das ist Hardcore-Prokrastinieren, Kinder. Engelbert Strauss ist, für alle Nicht-Handwerker, ein wunderbarer Katalog voller Zimmermannshosen, atmungsaktiven Schnittschutzhosen, rutschfesten Sohlen aus Autoreifen für Dachdecker ("jetzt auch mit roter Sohle! Schluss mit lästigen schwarzen Spuren auf roten Dächern!"), Gürteln mit Nageltaschen und Hammerhaltern, Kellnergeldbeuteln ("zum Anklipsen an die Bistroschürze "Britta" oder die Bistrohose "Herbert"! "), Gummistiefeln nach Schutznorm EN ISO irgendwas (mit verstärkten Zehenkappen, wasserdicht bis 60 Minuten, durchtrittsicherer Sohle), Damenkasacks namens Sonja und Lotte (mit und ohne modische Streifen), Unterwäsche für echte Männern aufm Bau und dergleichen mehr)

- meine kleine Draußentomate schweren Herzens ausgebuddelt, in einen großen Topf gepflanzt und ins warme Haus getragen (also, inzwischen isses einfach zu nass und zu kalt und zu schneckig da draussen! Nachdem die Schnecken ihr schon zwei Früchtchen und einen Trieb abgegessen haben, habe ich mich zu dieser drastischen Maßnahme entschieden.)

- Herumliegende, schon zehnmal gelesene Bücher und taz'en zum elften Mal angeguckt

- Tee gekocht, Chips gegessen (naja, da das Toastbrot angeschimmelt und das andere Brot aufgegessen war...)

- Flyer über Wasserfilter gelesen

- trübe ausm Fenster in das graue Nichts gestarrt

Well. Vielleicht schaffe ich es ja heute noch, mich für meine eigentliche Aufgabe zu motivieren, weil, es ist ja schon alles interessant und so, aber dieser Kleinkram, dieses Faktenzusammentragen und -sortieren, diese unschönen, deprimierenden Geschichten und all das... *geht heldenhaft an ein Referat über Krankenpflege im Nationalsozialismus*
link1 comment|post comment

Birthday [Jul. 29th, 2010|12:51 pm]
naru_06
Die comme hat Geburtstag und deshalb gratuliert Naru ganz herzlich und überreicht virtuelle Säcke voller Muffins, Fähnchen, Musik, Luftballons, grünem Tee, Rosen und Babykätzchen!

Happy birthday! Hier regnet es, aber das muss ja nix heißen. Bestimmt scheint farfaraway die Sonne und wenn Feierabend ist, kommen Regenbögen und Rotwein und was nicht so alles dazugehört zu so einem denkwürdigen Tag.
link1 comment|post comment

Fast wie Babyfotos, das. [Jul. 22nd, 2010|10:59 am]
naru_06
[music |Love will tear us apart - Joy Division]

Es ist erschreckend, aber der Garten ist für mich wie mein Kind! Nicht nur, dass ich überall herumlaufe und den Menschen um mich herum bzw. den Menschen, die zufällig hier vorbeikommen, unbedingt zeigen muss, wie groß die Zucchini schon geworden sind und dass meine kleine tapfere Draußentomate lauter kleine grüne Kirschfrüchtchen entwickelt und die Sonnenblume auch noch nicht von den Schnecken aufgegessen wurde - jetzt hab ich auch noch das Bedürfnis, hier meine BabyfotoalbumfotosGartenfotos zu präsentieren.
Nein, sowas. Wie soll das erst werden, wenn ich mal, rein theoretisch in ferner Zukunft liegend etc pp, echte Babys produzieren würde? (Mal ganz davon abgesehen, dass ich ab Montag zugucken werde, wie die echten Babys auf die Welt gebracht werden. Ich seh mich schon fiepsend und glücksselig durch die Klinikflure laufen.)

Und ich mache mir unnütze Sorgen darum, ob er auch genug Wasser hat, wenn ich jetzt die nächsten drei Tage aufm Festival verbringe und ob er auch genug Liebe bekommt, wenn ich nicht jeden Morgen hingehe und meinen Gurken Hallo sage. Hmmm.

See! Mein erster Kürbis! *love*
Image Hosted by ImageShack.us"

Meine ersten Bohnen! Sind sie nicht schön grün?
Image Hosted by ImageShack.us
Very strange: Diese Tomate!
Image Hosted by ImageShack.us
Very big: Diese Tomaten!
Image Hosted by ImageShack.us
Und meine Echinacea blüht auch! *glücklich*
Image Hosted by ImageShack.us

Und hier wächst gentechnikfreier Bantam-Mais. Stirb, Monsanto, stirb!
Image Hosted by ImageShack.us
Dies ist ein Suchbild. Wer zuerst etwas entdeckt, kriegt einen Keks.
Image Hosted by ImageShack.us

And here's the gardener.

Image Hosted by ImageShack.us

Ach, es ist schön, Pflänzchen zuzuschauen.
Nu wird es aber Zeit, dass Naru heute noch etwas Produktives tut, d.h. Bus umbauen und Essen einpacken und Zelte zusammenfalten und Regen vertreiben, denn, am Wochenende spielen Rainer von Vielen und Jamaram und lauter nette Bands und da geh ich hin, jawoll, weil, Montag arbeite ich ja schon wieder (lebt wohl, freie Tage in der Hängematte mit 20 Büchern um mich herum, lebt wohl!).
link2 comments|post comment

(no subject) [Jul. 11th, 2010|04:03 pm]
naru_06
Oh diese Hitze.

Meine Tomaten schauen mich schon ganz schrumpelig an!

Aber Naru-Kind ist klug und vernünftig und tat mit ihrem Zimmermann das einzig Sinnvolle angesichts von 38 Grad in der Sonne und 30 Grad in der Wohnung, wir gingen nämlich umher und fanden auf der Scheune ein altes Trinkwasserbecken und stellten es auf die Terrasse und schraubten Bretter drumrum und schoben Paletten drunter und ließen Wasser ein und jetzt haben wir einen wunderhübschen Mini-Pool. Ungefähr alle zehn Minuten hüpft irgendjemand hinein, dann tun wir irgendetwas Produktives, bis wir wieder aufgeheizt und abgetrocknet sind, und dann liegen wir wieder zwei Minuten in unserem Planschbecken. (Zwischendurch mach ich Eistee mit Zitronenmelisse.)

Sehr praktisch, das! Ansonsten hätte ich ständig das Bedürfnis, mich kalt abzuduschen und/oder an den See zu fahren, und der nächste See ist zwar nur ein paar Kilometer entfernt, aber dafür sehr schlammig und wenn man schwimmt, sieht man seine Hände nicht mehr in der braunen Brühe, und merkwürdige schlingpflanzenähnliche Schlingpflanzen wickeln sich einem um die Füße - nee, nee.

Aber es ist schon ein bisschen sehr warm hier. Das ist schön, vor allem da Naru den ganzen Tag in der Sonne liegen kann, weniger schön ist es für all die arbeitende Bevölkerung, die das nicht kann.

(Ich werde braun und rund und lese jeden Tag zwei Bücher und liege in der Hängematte und die Gurkenpflanze hat schon wieder zwei kleine dicke Gurken produziert. Das Leben ist schön.)

Sogar das Spiel gestern habe ich in völliger Seelenruhe verfolgt (der Fernseher wurde zusammen mit alkoholfreiem Bier von Neumarkter Lammsbräu (this is the best alc-free beer ever, people.) ins Baumhaus hochgetragen und wir lagen gemütlich schwitzend auf der Baumhausmatratze), auch wenn ich ohne Lippenstift und pinkes Kleid unterwegs war. (But it sounds nice! Wanna see pink dress!)

Apropos dressing up, am Donnerstag war Naru im Freilichttheater, Sommernachtstraum, und mein Liebster hatte beschlossen, dass man sich da fein machen muss, ungeachtet Narus Protest ("Aber aber das ist doch draussen! Da kommen doch tausend Leute einfach so von der Strasse und so! Das ist nicht wie in der Oper!"), und da Naru gerade maximal zwei Kleidungsstücke trägt, wenn überhaupt, und auch keine Koffer und Taschen voller Kleider ausm Wohnheim mitgeschleppt hatte, saß ich da und war verschnupft, weil der Mann meine Röckchen alle als nicht theatertauglich abstempelte. Woraufhin die Untermieterin herbeigerufen wurde und einen Arm voll Kleidchen aus ihrer Jugend brachte, die entweder wild glitzerten oder mir ungefähr bis Oberkante Oberschenkel reichten (die Untermieterin ist größer als ich!) und die sie auf vorsichtiges Nachfragen hin auch alle mal getragen hatte. Schlußendlich fand sich dann aber doch noch ein etwas längerer Rock und alle waren glücklich.

Das Stück war etwas merkwürdig inszeniert, mit so ein paar Sexfilmanklängen zwischendurch und viel Akrobatik bei den Elfchen und einer unschlüssigen Regie, die sich nicht zwischen Athen und Jetztzeit bei ihrer Sprachwahl entscheiden konnte - Inkongruenz war das Wort, das Naru die ganze Zeit auf der Zunge lag, aber da wäre ich sicher als posh bezeichnet worden, hätte ich es ausgesprochen. Aber ich hab auch mal einen richtig guten Midsummernight's Dream gesehen, im Original, von der American Drama Group Europe, die ab und zu durch Europas Schlösser tourt und mal in meinem Lieblingsschloss-wo-ich-immer-Schloßführungen-gemacht-hab eine Aufführung hatte und deshalb saß da auch ein Männchen in meinem Kopf, das immer sagte: "Also, der Puck damals war aber besser als der hier!".

Und jetzt geh ich mal Stühle reparieren und Ventilatoren schnitzen.
link1 comment|post comment

navigation
[ viewing | 10 entries back ]
[ go | earlier/later ]