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naru_06

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Neues Jahr, alte Bücher [Jan. 1st, 2014|11:21 am]
naru_06
Frohes Neues allerseits, Naru hat Silvester friedlich verschlafen und beschlossen, die sinnlos Geld in die Luft sprengende Menschheit alleine sprengen zu lassen. Milchkind lag abends um sieben im Bett (ausnahmsweise mal) und stand am ersten Tag des neuen Jahres natürlich auch um sieben wieder auf, wer wöllte da unnütz aufbleiben bis um Mitternacht, um sich Lärm anzuhören und mit buntem Feuerwerk isses auch nicht so weit her hier in den einsamen Hügeln und denkt doch an die armen Schafe und Kühe, die kriegen doch Angst. (Milchkind bekam zu Weihnachten von wohlmeinenden Großeltern ein Bilderbuch mit unglaublich idyllisch blickenden, fluffig-flauschigen, in weichem Kuschelstroh liegenden Kälbchen, Schäfchen, Entchen etc pp. Überlege schon, ob ich dem Verlag mal ein Foto der Kälbchen im benachbarten konventionellen Bauernhof schicken soll, wie sie einen Tag nach der Geburt von Mamakuh getrennt und in hübschen enge Einzelboxen gesteckt werden, nix mit weichem Kuschelstroh an Mamas Bauch liegen, und in den Boxen kriegen sie dann Pulvermilchzeugs angerührt, das sie aus eine Eimer mit roter Gummizitzedran trinken dürfen, damit sichs wenigstens ein bisschen nach Mama anfühlt.)

Mich überfiel das Bedürfnis, meinen Bücherkonsum des vergangenen Jahres zu rekapitulieren, weil, da drängen sich allmählich beunruhigende Parallellen auf. Naru hat ja ein aktives Krabbelkind bzw. gerade ein Lauflernkind, d.h. den Luxus, ein Buch in Ruhe am Stück zu lesen, kenne ich gar nicht mehr, aber man kann ja während Babys Schläfchen und morgens und abends immer ein paar Häppchen zu sich nehmen (oh, comme, dein Päckchen kam, thank you so much, und Hendriekje hab ich schon gelesen und es war sehr hübsch! Ein Happy End! Trotz allem!) und ausserdem hab ich ja meine Heimatbücherei wiedergefunden, die ich während meiner Gymnasialzeit stark frequentiert hab (und die Bücherei meiner Grundschulzeit gibts auch noch, aber die kenne ich ja schon auswendig).

Anyway. Es scheint da einen neuen Trend zu geben (oder mir fallen gerade immer die selben Bücher in die Hand, who knows), der den momentanen Schreiberlingen nichts anderes übriglässt, als folgende wichtige Grundregeln in ihren Büchern zu verwursten:

- Grundgedanke MUSS eine Zukunftsvision sein, call it Dystopie, Utopie, whatever, aber alles andere ist ja wohl viel zu retro. Ob in Panem oder Matched/Crossed/Reached oder Vergiss mein Nicht oder Schmetterling aus Staub oder Kyria&Reb oder was ich armes Kind alles gelesen hab, ächz, Vergangenheit geht gar nicht mehr anscheinend.
In Panem sinds die zwölf Distrikte und das böse Kapitol, das alle versklavt,
in Matched ist die Society, die den Menschen ihre Partner zuteilt und ihr Leben bestimmt,
in Vergiss mein Nicht haben sich ein par Supermenschen mit Superfähigkeiten HarryPotterlike in eine Geheimstadt zurückgezogen, während der Rest der Menschheit ihr normales Leben lebt,
im Schmetterling ist Deutschland nach einer Seuche (natürlich) dem Erdboden gleich, während der böse Obermacker eine neue Gesellschaft aufbaut, indem er die Menschen mit acht Jahren nach ihren Hauptpersönlichkeitsmerkmalen selektiert und jeden Kontakt unterbindet,
in Kyria&Reb (das am meisten wie eine Fanfiction daherkommt) haben zur Abwechslng mal die Frauen die Macht übernommen und die Männer sind das dumme Putzvolk, das nur zum Kinderkriegen taugt. (Oh, das erinnert mich an Yin von Akif Pirinci, der Typ, der Felidae geschrieben hat, aber Yin fand ich fürchterlich. Da haben zwar auch die Frauen die Macht, aber argh, das Buch hat mir nachhaltige Albträume beschert, never ever.)

- ganz wichtig: die natürlich unglaublich hübsche weibliche junge Heldin! Bitte zwischen 16 und 20 und bitte so, dass ihr ihr hübsches Aussehen natürlich nicht bewusst ist, aber natürlich merken es alle anderen und der Leser bitte auch (Mary Sue, anyone?). Katniss ist vielleicht wegen ihrem Super-Prep-Team besonders anziehend, aber Cassia aus Matched ist natürlich sehr schön und Addison aus VMN wird als "absolut umwerfend" beschrieben und Kyria aus der Matriarchatsutopie kriegt so fanfictionfurchtbare Sätze wie "Du bist nicht attraktiv, Princess, du bist sexy" an den Kopf geworfen, und Mika aus dem Schmetterlingsland hat "dunkelrote Haare und kristallblaue Augen" und ist natürlich auch so wunderschön, dass der jugendliche Rebell sich sofort in sie verliebt, siehe Punkt drei, ahah.

- in jedem verfluchten dieser Zukunftsbücher haben wir min. einen jugendlichen Rebell, der bitte dem supersexy talldarkstranger-Klischee entspricht (wieder besonders schön dargestellt in Kyria&Reb, wo die Autorin genüsslich seine schwarzen Lederhosen und seine tollen dunklen langen Haare und sexy Blicke beschreibt urgs) und sich natürlich in die jugendliche Heldin verliebt und sie aus ihrer bisherigen heilen Welt reisst und am Ende machen sie sich alle gemeinsam auf und retten die Welt und ihre Liebe. (Ich gebe zu, bei Panem war es tatsächlich noch etwas durchdachter, aber danach wurde es immer ein bisschen flacher, fürchte ich) Im Schmetterling hat er auch noch "dunkelviolette Augen" (Mary Sue, Mary Sue, schreit mein Fanfiction-Ich). Idealerweise gibt es noch einen Gegenpart, den lieben netten altbekannten Nice Guy, der das Dreieck vervollkommnet (Peeta in Panem oder Xander in Matched...).

- und das Buch MUSS natürlich im Präsens geschrieben sein, ne, nix mit allwissendem Erzähler oder dem Gefühl beim Lesen, das dir jemand etwas aus seiner Erinnerung heraus mitteilt, schön der Chronologie nach, wie man halt am Lagerfeuer hockt und aus seiner wilden Jugend erzählt, neeeeeeeeeeeeeeee, wie war das mit retro? Die Jugend von heute schreibt nur noch im Präsens! Wir leben im Jetzt! Alles passiert genau jetzt und die Erzählerin weiss niemals mehr als der Leser in diesem Moment und gemeinsam hasten und stürzen sie sich aufs Ende zu, ächz, alles etwas hektisch hier und alles voller "Meine dunkelroten Haare bauschen sich im Wind, ich spüre die Gischt auf den Lippen", arr, das ist doch kein gechilltes Erzählen mehr hier, das ist die ganze Zeit auf Speed, aber die Jugend von heute kann das vielleicht gar nicht mehr anders, und Präsens ist ja ooch nicht per se schlecht, aber wie gesagt, so gehäuft gerade. Meeeeeeeeeeeensch. Als würde jeder das Buch neu erfinden müssen.

Anyway. Ehrlich, das war nur ein kleiner Überblick, die Bücherei ist noch voller solcher Bücher, aber ich hab auch ne Menge stecken lassen, weil, man braucht ja Ausgleich im Leben. Ansonsten las ich zur Entspannung eine Menge Hercules Poirot und Miss Marple (wirklich sehr entspannend. So gemütlich! So ohne Gemetzel!) und Sherlock Holmes und noch so dies und das, ich nahm auch mal seit langem wieder einen Hohlbein zur Hand, die Tochter der Midgardschlange, aber da muss ich mit dem Lektor schimpfen, mal ehrlich, wenn ich auf Seite 75 den sechsten Tippfehler finde, ist das ziemlich peinlich.

Oh, Baby wacht auf.
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(no subject) [Jul. 29th, 2013|06:38 pm]
naru_06
Ein passender Anlass, um hier auch mal wieder ein paar Worte zu verlieren, ist natürlich der Geburtstag meiner fleissig älter werdenden commediante (äh, das klingt jetzt nicht sehr schmeichelhaft), ich meine natürlich, weiser und klüger und erfahrener werdenden commediante, mit signifikant gewölbten Babywissen! Je älter und klüger wir werden, desto mehr wünscht man sich ja gesunde Hüften, funktionierende Zähne, Pflegeversicherungen und ähnlich vermutlich sinnvolle, aber unsexy Dinge, deshalb wünsche ich lieber sex, drugs and rock'n roll oder vielleicht doch lieber Bio-Ingwermischgetränke, glückliche Schokolade, fröhlichen Wein und einen Haufen unvernünftiger, gute Musik hörender Menschen zum Feiern um dich rum. (Evtl. auch Menschen, die singen können. Dein Chor soll dir ein Ständchen singen! Mit Noten!)

Naru ansonsten auch älter, immer noch im Babyuniversum, das hochinteressante Ausmasse annimmt. Werde zur Expertin in jeder Diskussion über Kitas, Unfähigkeit der Bundesregierung bzgl. vernünftiger Familienpolitik, Vereinbarkeit von Elterngeld mit Tagesmüttern bzw. Nachtschichten mit Babyschlaf bzw. unvereinbarer Dinge mehr, gerate in Verzückung über die an einen Fisch auf dem Trockenen erinnernden Versuche meines Milchkinds, Krabbeln zu lernen (wie es fuchtelt und mit den Ärmchen rudert und den Hintern hebt und sich rumrollt!), überlege mir, ob ich ein besonders tierliebes Baby habe oder warum es sich beim Anblick unserer Katzen oder fremder Hunde seit neuestem totlacht und versuche immer noch, mein siebenmonatiges Schlafdefizit aufzuholen.

Ansonsten las ich J.K.Rowlings neues Buch (nicht den Pseudonymkrimi, sondern Casual Vacancy), für ein ausführliches Review bräuchte ich aber evtl. mehr Zeit, weil, Milchkind ruft und will ins Bett gebracht werden.

*versucht immer noch Päckchen fertigzupacken* Geduld, nur Geduld.
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(no subject) [Mar. 2nd, 2013|09:00 am]
naru_06
Oh, oh, es ist erstaunlich, wie schwierig es ist, eine Sache anzufangen und zu Ende zu bringen, wenn kleine maunzende Wesen um einen herum leben, die ständig gestillt, gestreichelt, gewickelt, getragen, beruhigt, ins Bett gebracht und an- und ausgezogen werden wollen!

Aber es ist sehr schön und Naru ist sehr glücklich und die Müdigkeit hat sich ein wenig reduziert, da das Milchkind inzwischen tatsächlich ein einziges Mal die Vier-Stunden-Schlaf-am-Stück-Grenze durchbrochen hat (dummerweise verbrachte ich zwei kostbare Stunden davon mit Rumwälzen und Nichtschlafenkönnen trotz Müdesein) und sich so zwischen 1-3 Stunden eingependelt hat. Nachts, meine ich. Tags ists was ganz anderes! Ach, Naru hat so viel Neues zu entdecken und zu erforschen und irgendwie interessieren sich die anderen gar nicht so sehr wie ich dafür, wie oft mein Milchkind heute gelächelt oder gepieselt hat oder wie sich sein Schlafrhythmus und Tagesablauf und Trinkrhythmus jeden Tag ein bisschen ändert und immer wenn ich denke, jetzt hab ichs allmählich raus, isses wieder anders und dann kommt die beste Erklärung für alles, nämlich: "Er hat bestimmt einen Wachstumsschub!!". (Andere gute Erklärungen für alles sind: "Er hat bestimmt Bauchweh!" (Baby quakt vor sich hin), "Er ist bestimmt müde!" (Baby quakt vor sich hin) und mittlerweile auch "Er muss bestimmt pieseln!" (Baby quakt vor sich hin und will nackig strampeln))

Sonst hab ich auf einmal erstaunlich wenig Zeit für anderes, bin aber mittlerweile recht gut darin, in Etappen zu kochen, Zeitung zu lesen, telefonieren oder Zähne zu putzen. (In Etappen duschen ist schwierig. Das geht nur mit Babysitter im Hintergrund. Arme alleinerziehende Muttis!!) Und ich war schon wieder in der Bücherei (mit Milchkind und Papa und Muttermilch daheim) und hab sofort das Kind vermisst, ach, es ist schon schön. Alle Welt muss sich anhören, was er für winzige Fingerchen hat und wie schön er überallhin Milch spucken kann! (Aber es gibt keine Fotos auf Facebook, so there. Das fangen wir erst gar nicht an.)

Passiert sonst noch was in der Welt? Ab und an rauschen Informationsfetzen an mir vorbei und ich werf ja auch einen Blick in meine sonntaz, aber es verblasst recht schnell vor meinen Windelbergen, die ich meditativ auseinandersortiere, trockne und zusammenfalte. (Naru hat einen Öko-Heiligenschein, natürlich braucht das Kind da Stoffwindeln.) Da meine Kontakte gerade hauptsächlich auch Babybesuchern und Babybesuchen bestehen (um uns rum haben gerade alle, alle, alle Babys gekriegt, es ist erstaunlich), sind da die Gesprächsthemen auch recht ähnlich, äh. Fürchte, ich muss noch ein bisschen in meiner Babyzeit verschwinden, bevor ich wieder raus in die Welt gehe. *geht Kind knutschen*
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Winterkatzen. [Nov. 4th, 2012|12:17 pm]
naru_06
Wären wir jetzt in der Grundschule und hätten HUS (Heimat- und Sachkunde, so hieß das bei mir vor 20 Jahren oder so, wer weiß, was die Schulbehörden sich grade so alles aus dem Ärmel schütteln), könnten wir über Tiere, die Winterschlaf halten, sprechen, und über Igel und Bären und, äh, Siebenschläfer?, und Mumins und wer halt noch so alles Winterschlaf hält, ne. Katzen kamen da meines Wissens nicht bei vor, aber, Leute, ich könnte schwören, dass meine Katzen davon noch nie was gehört haben.
Sie liegen! Und dösen und schnorcheln und schnurcheln den ganzen Tag! Meine Katzenfotos (von Männern in der Umgebung uninteressiert beäugt, weil, da liegt halt zum hundertsten Mal irgendwo ne Katze? Ja, aber sieht der denn nicht, dass sie im/auf dem Einkaufskörbchen/Altglaskistchen/Bett/Nachttisch/GEZ-Bescheid/Zeitung von gestern/Ofen liegt und die Pfote sehr hübsch anwinkelt, zum Beispiel?) sind gerade beunruhigend einseitig, weil, die schlafen wirklich nur noch! Kater 1 liegt zum Beispiel gerade zwanzig Zentimeter vom Bildschirm entfernt auf dem Fensterbrett in einem Pappkarton komplett zusammengemurmelt zu einem Fellknäuel, seine Schwester liegt auf dem Wäschekorb und hat sich so eingekringelt, dass ihre Pfoten ihre Augen verdecken, so nach dem Motto, Weck mich bloss nicht. Ach. Ich staune. Ab und zu wachen sie auf, schlurfen zum Napf, knuspern vor sich hin und schlurfen wieder zum Weiterschlafen. (Außer, sie bringen nachts um zwei Mäuse und ich muss das dann natürlich auch nachts um zwei sofort bewundern. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen.)

Habe ich schon erwähnt, dass ich häuslich und nestbautriebig werde? Ich fange sogar an, ab und zu mal die Wohnung zu kehren (was ich bisher deshalb, glaube ich, nicht getan hab, weil ich nicht hier gewohnt hab ergo mich nicht zuständig fühlte, aber Naru ist nu tatsächlich umgezogen und hier gibts dank Holzofen und Katzen und Kindern viel mehr zu kehren als in meinem schönen überschaubaren Krankenschwesternwohnheim-WG-Zimmer, außerdem war da ein Teppich, den kann man nicht kehren.)
Babys rumpeln und pumpeln in meinem Bauch herum wie beim Wolf mit den Pflastersteinen, ich kann inzwischen gut verstehen, warum es ihn nach vorne gezogen hat, als er sich über den Brunnen beugen wollte. Naru kippt auch schier nach vorn beim Schuhe zubinden (sehr umständlich ist das geworden, jawohlja). Andererseits bin ich neulich wieder Tante geworden und hielt frisch geschlüpfte noch sehr unirdisch wirkende Würmchen auf dem Arm und dachte an die alle Umstandskleider sprengenden Maße der Mutti des Würmchens noch vor wenigen Tagen und vesuchte, das zu meinem Bäuchlein dazuzuaddieren und beschloss dann, dass das gar nicht nötig ist, all dieses Rumgeschleppe von kiloweise Fruchtwasser und Fettgewebe, also, ich finde nicht, dass ich mein Gewicht auf die allseits propagierten 10-15 Kilo plus hochschrauben muss, nee nee.

Ansonsten² dachte ich ja, dass mein Leben entspannt und geruhsam sein wird, wenn ich schon nicht mehr aktiv als Krankenschwester tätig bin und dass ich den ganzen Tag mit Yoga und Atemübungen und Entspannungs-CDs und Hebammenbüchern und sowas verbringen werde, aber von wegen. Mein Bauernhof ist hoch erfreut über meine brachliegende Arbeitskapazität und will ganz viel Ware ausgeräumt und Brokkoli verkauft und Ochsenschwanz verpackt haben und um mich herum wird immer noch wild gebaut im Sinne von "Oh, ich bin jetzt drei Tage nicht da, eine Fassade verputzen. Hast du Lust, währenddessen mit diesem Spachtel diese hübsche Natursteinmauer von ihrem Mörtel zu befreien?", im Garten wollten alle Tomaten und Paprika und Gurken vor dem Frost abgeerntet werden und wir haben fast keinen Beinwellauszug mehr, also könnte ich heute eigentlich noch Beinwellwurzeln ausbuddeln fürs nächste Jahr, und ein paar einsame Selleries und Rosenkohls/kohle/köhler/ähm stehen noch rum und frieren und am Wochenende hats geschneit und wir gingen Schlittenfahren im Herbstwald und vor lauter Schnee sind alle Quitten runtergefallen und ich weiß nicht, was ich alles aus ihnen kochen soll, dabei hab ich doch schon Pflaumenmus und Apfelmus gemacht und wer soll das denn alles essen? Dafür hat der Walnussbaum dieses Jahr viel weniger Nüsse. Mysteriös.
Oh, und ich hab Sauerkraut gemacht und nun steht ein großer Topf Sauerkraut im Keller und ich hätte noch gerne ein paar Säcke Kartoffeln daneben, dann fühle ich mich evtl. für den Winter gerüstet. Mein Zimmermann überlegt gerade, ob ich Hamstergene habe oder ob das normale Nestbautriebe sind, aber ich meine, es muss ja was zu essen im Haus sein, wenn sich da schon solche Minimitbewohner ankündigen.
Außerdem geht ja evtl. noch vorher die Welt unter und da schaden Kartoffeln bestimmt nicht, findet Naru.

Hab ich auch noch irgendwas Interessantes zu berichten? Mein Fokus scheint sich gerade tatsächlich beunruhigend auf Dinge wie Kinderkrankheiten, Wollhöschen, Namen (oh, oh, Namen sind eine große Herausforderung), Geburten und schönen Babykriegundgroßziehkonzepten passend zu Narus Ökoeinstellung reduziert zu haben plus die interessanten Diskussionen mit Mitmenschen, die alle dazu was zu sagen haben ("Wie, ihr habt kein Babybett? Ja, wo soll es denn schlafen?" Äh, erstmal bei mir? "Wann kaufst du denn endlich deine Wickelkommode?" Äh, dazu ist gar kein Platz in der Wohnung und wozu denn? "Und, in welche Klinik gehst du zum Entbinden?" Äh, warum Klinik?) Habe zusätzlich entdeckt, dass werdende Muttis ein unglaublich umkämpfter Markt sind, man muss nur mal eine beliebige Baby/Mama/Elternzeitschrift aufschlagen und wird erschlagen von Werbung und Fotostrecken für Produkte, von denen Naru nichtmal wusste, dass sie existieren, ohne die es aber heutzutage unmöglich zu sein scheint, sein Kind großzukriegen (am schlimmsten sind ja die Lernförderungsspielzeuge, mit denen man in der Badewanne quiekend, hupend und blinkend seinem Kind gleichzeitig Tiergeräusche, Farben, Worte und motorische Fähigkeiten beibringen soll, aaaaaach Mensch, Leute, guckt euch nochmal Plastic Planet an und dann hinfort mit all dem Konsumwohlstandsmüll, Babys sollen mit Stöcken und Steinen spielen, schimpft Naru voll guter Vorsätze.)

Die guten Vorsätze waren übrigens auch, jetzt mal Zeit zu haben für all die Bücher, die man immer schon mal lesen wollte, aber s.o., bis jetzt warte ich noch auf meine ruhigen Lesestunden. *geht Holz hacken*
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(no subject) [Sep. 6th, 2012|05:02 pm]
naru_06
In den Wänden sitzt irgendein Tier! Ein Siebenschläfer, eine Mäuseherde, whatever, es kruschtelt und knurpselt und nagt an der Dämmung herum. Da ich gerade handwerklich unfreiwillig geschult werde (um mich herum werden bunt durcheinander gerade 1 Bad, 1 komplette Wohnung, noch 1 Bad, 1 Gaube, 1 Dach, 1 Kamin und diverse Kleinigkeiten um-, aus- und neugebaut), weiß ich inzwischen auch, dass das Viech sich mit der Dampfsperre vergnügt, was, soweit ich weiß, nicht so arg dolle ist für den Feuchtigkeitshaushalt in der Wohnung usw usf, aber wie soll man denn rankommen an das Tier, wenns in der Wand wohnt? Kater Nr.1 sitzt jeden Abend fleissig davor und hypnotisiert die Wand mit gesträubten Schwanzfedern, aber davon ließ es sich bisher nicht beeindrucken.
Zimmermann 1 schlug bereits vor, ein Loch in die Wand zu bohren und Fallen/Gift reinzulegen. Barbarisch, ich weiß, und was macht man nachher mit dem Loch in der Wand?

Sonst habe ich gerade erstaunlich viele freie Tage, aber völlig legitim, d.h. nicht der aktuellen Situation geschuldet o.ä., nein, ganz normale Urlaubstage, die ich mit Feldsalat aussäen, in meinem Bauernhof arbeiten und nach Görlitz fahren verbringe (Naru war wieder auf diesem wunderhübschen Baumhausfreizeitabenteuerwuselhippiepark an der polnischen Grenze, wo man viele schöne Dinge bestaunen kann und viele lustige Bands anhören). Ich zählte ungefähr 200 Babys, um ihre Mamas gewickelt in diversen Tragevorrichtungen, und bin nu erstaunlich gut informiert über die verschiedensten Binde-, Trage- und Wickeltechniken (aber Kinderwägen wären auf dem Gelände auch sehr sinnlos, in der Tat. Man klettere mal mit einem Kinderwagen durch Röhren und Tunnel und Brücken auf ein Baumhaus!)

Aber ach, mein Bauernhof feiert nu am Wochenende Hoffest, wo ich fleissig Tofu verkosten und im Laden stehen und Dinge von A nach B tragen werde, und danach gehts wieder in meine Lieblingsklinik, zwei Wochen Frühschicht haben, unterbrochen von einem winzigen freien Tag, den ich mit Schwester 1 und 2, Bruder 1 und 2, Neffe 1, Schwägerin X und der halben sonstigen Verwandtschaft auf der Hochzeit von Vetter 3 verbringen werde, aaaach, und dieser logistische Aufwand, bis alle mal dort sind, wo sie hinsollen!

Und ein Päckchen kam zu mir geflattert, mit Daria zum Angucken und chinesischen Mitbringseln und einem Peter-Pan-Buch mit sehr schönen Illustrationen, aber der Inhalt war tatsächlich etwas zu splatterlastig. Naru liebt ja Peter Pan, den Helden ihrer Kindheit, und der Peter von Child Thief hatte auch einen interessanten Charaktertwist und das richtige bisschen Wickedness, aber ich fand die Handlung des Buches etwas zu sehr begraben unter all dem Rumgeschlitze, Innereienverteilen, Köpfeabhacken, Messerstechen, Foltern und völlig sinnlos harmlose Menschen dahinschlachten, da ging es mir wie mit den Zombiefilmen, die meine Mitbewohnerin so gerne zum Einschlafen guckt und bei denen ich mir früher während dreiviertel des Films die Hände vor die Augen halten musste, bis ich beschloss, dass das einfach nix für mich ist. Fluff! Happy endings! Harmonie! *geht ihre harmoniebedürftigen Katzen streicheln*

(Wobei ich mir auch bei Kill Bill und Machete und all diesem Tarantino/Rodriguez-Kram die ganze Zeit die Augen zuhielt. Ich träume davon schlecht! Wie macht das der Rest der Menschheit? (Ich könnte jetzt ja ein Pamphlet verfassen über das passive Ausleben der jedem Menschen innewohnenden Aggressionen anhand des Anschauens grausamer Filme, das darauf hinausläuft, dass Zombiefilmegucker im Alltag friedlicher sind, weil sie ihre Aggressionen mit Filmegucken bereits kompensiert haben und nu im Umgang mit anderen völlig entspannt sein können, aber irgendwie glaube ich selber nicht wirklich an diese Theorie.)

Ansonsten werde ich allmählich rund und dick und habe ein kleines strampelndes Wesen im Bauch, wo auch immer das herkommt, und evtl. kommt daher auch die gesteigerte Harmoniebedürftigkeit, und ach, die Welt! Voller Plastik und Atomkraftwerke! Mein Weltschmerz wird nur noch gesteigert durch die Tatsache, kleine Menschlein in die Welt zu setzen, ohne sicherstellen zu können, dass ebenjene Menschlein irgendwann noch Meere ohne Plastikmüll, Essen ohne Gift, Energie ohne Apokalypsen oder fruchtbaren Boden ohne Monsanto zur Verfügung haben. Neige mich immer mehr in Richtung autarkes Selbstversorgerdasein, zumindest gedanklich, aber ich finde den momentanen Zustand doch sehr bedenklich. Und meine Tomatenernte reicht nichtmal für Wintervorräte! Nächstes Jahr brauche ich eine größere Tomatenplantage, damit ich mal Passata machen kann.
*geht Tomaten ernten*
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Zeiten ändern sich [Aug. 15th, 2012|08:14 pm]
naru_06
Und 'ne Buddel voll Rum.
Nee, nee, das nu ooch nicht, erstens hats Naru nicht so mit dem Alkohol (heute sagte meine eine Stationsärztin (meine Ärzte auf Station sind alle "meine" Ärzte, so to speak, ich laufe ihnen ja auch dauernd wegen irgendwelchen Verordnungen, falsch ausgefüllten Zetteln und Patientenanfragen hinterher, koche ihnen Thymiantee, wenn sie erkältet herumschnupfen und weiß über ihre Hundgehgewohnheiten Bescheid. Mein Stationsrudel!) beim Frühstück zu mir, sie fände ja Kontrollverlust ab und an eine feine und die Sicht aufs Leben bereichernde Sache, aber ich kann dem nicht so arg viel abgewinnen, bisher.) und zweitens ist soweit ich weiß auch kein neuer Jack Sparrow in Sicht (wobei die Nixe ja sehr hübsch war. Hab ich das schon erwähnt? Eine wunderhübsche Nixe hatten sie da!), der sich der Buddel annehmen könnte.

Die Sonne scheint, die Tomaten gedeihen, ich ernte Bohnen und Zucchini und tue häusliche Dinge wie Bohnen und Zucchini einkochen bzw. einlegen bzw. einmachen bzw. die Kellerregale mit Gläsern für den Winter vollstellen und hoffen, dass es dann im Winter auch schmeckt. Kleine Kürbisse wachsen aus dem Garten heraus in die Schafsweide hinein, ich hoffe, die Schafe essen sie nicht auf, bevor sie reif sind, irgendwie haben es die Kürbisranken geschafft, unter meinen wachsamen Augen einen Weg durch den Zaun zu finden und nu kann ich sie nicht mehr zurückbiegen.

Ansonsten bin ich gerade einerseits recht dankbar, dass ich auf strikte Frühschichten gesetzt wurde von meiner Dienstplanerin, weil, Sonne und Sommer und so und immer freie Nachmittage, das ist schön. Andererseits ist es etwas mühselig, sich so lange am Stück frühmorgens aus dem Schlaf reißen zu lassen, um schläfrig und verquollen um 6.15 der Nachtwache Hallo zu sagen, und ich hab ja noch den Luxus, nur zwei Treppen hochlatschen zu müssen, um in der Klinik zu sein. Ich mag mir gar nicht ausmalen, ich würde eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt wohnen oder gar auf Öffentliche angewiesen zu sein, wahrscheinlich würde dann mein Wecker um vier klingeln und ich wäre schon längst ausgestorben.

Ansonsten² packe ich gerade so ganz vorsichtig und nach und nach Kartons mit Dingen, die ich schonmal in mein neues Zuhause transportieren kann, weil, meine schöne Zwei-Krankenschwestern-WG wird bald aufgelöst und neue Abenteuer warten, und das ist alles sehr aufregend und noch alles etwas vage, weil, einen genauen Auszugstermin gibts ooch noch nicht und schau mer mal, sagen die Menschen um mich rum in so einem Fall immer.

*geht Nester bauen*
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Geburtstage [Jul. 30th, 2012|11:45 am]
naru_06
Oh, oh, es ist tatsächlich schon der 30.! Mein verschnupftes Hirn hat mir die letzte Woche nur vage Informationen übermittelt wie "Irgendwann demnächst haben doch diverse Menschen Geburtstag... hmmmm...", aber erst als ich heute wieder ins Auto krabbelte und zur Spätschicht tuckern wollte, sagte meine Datumsanzeige zu mir, dass ich ein bisschen spät dran bin.

Also nachträglich viele liebe Geburtstagswünsche in weit entfernte Teile Deutschlands! Ich hoffe, es war sonnig und die commediante musste nicht ganz so viel arbeiten, sondern hatte freie Urlaubstage und Yogagutscheine und Laufwetter und Rotwein und Kuchen mit Gummibärchen und kleinen Marzipancommes drauf und all sowas. Hier hats ein bisschen geregnet, aber nicht viel, weil mein Zimmermann trotzdem das Dach aufgerissen und Wände rausgeklopft hat, um diverse Dinge umzubauen. Umbau! Umzug! Planungen! Mein Leben ist mal wieder in Aufruhr, aber das ist nicht schlimm. Man braucht immer mal wieder ein neues Abenteuer, finde ich.

Und die Zucchini wachsen und gestern gabs den ersten eigenen Tomatensalat und ich hab Sauerkraut gestampft und Gemüse eingelegt und entdecke ganz neue Nestbau- und Vorratslageranlegtendenzen an mir. Haben wir auch genug Holz für den Winter? Ist bis dahin der Ofen wieder eingebaut? Und die Katzen sind auch ganz verwirrt, weil ihre Katzenklappe auf einmal mitten in einer Baustelle steht. Gestern musste ich sie ganz lange streicheln, um sie zu beruhigen.

Jetzt sollte ich aber erstmal meinen Magen beruhigen, weil, Spätschicht, bald, und Hunger.
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books *_* [Feb. 5th, 2012|10:53 am]
naru_06
"The Big Read reckons that the average adult has only read 6 of the top 100 books they've printed."
1) Look at the list and bold those you have read.
2) Italicize those you intend to read.
3) Underline the books you LOVE.
4) Strike out the books you have no intention of ever reading, or were forced to read at school and hated.
5) Reprint this list in your own LJ so we can try and track down these people who've read 6 and force books upon them ;-)


1 Pride and Prejudice - Jane Austen
2 The Lord of the Rings - JRR Tolkien
3 Jane Eyre - Charlotte Bronte
4 The Harry Potter Series - JK Rowling
5 To Kill a Mockingbird - Harper Lee
6 The Bible
7 Wuthering Heights - Emily Bronte
8 Nineteen Eighty Four - George Orwell
9 His Dark Materials - Philip Pullman
10 Great Expectations - Charles Dickens
11 Little Women - Louisa M Alcott
12 Tess of the D'Urbervilles - Thomas Hardy
13 Catch 22 - Joseph Heller
14 Complete Works of Shakespeare
15 Rebecca - Daphne Du Maurier
16 The Hobbit - JRR Tolkien
17 Birdsong - Sebastian Faulks
18 Catcher in the Rye - JD Salinger
19 The Time Traveller's Wife - Audrey Niffenegger
20 Middlemarch - George Eliot
21 Gone With The Wind - Margaret Mitchell
22 The Great Gatsby - F Scott Fitzgerald
23 Bleak House - Charles Dickens
24 War and Peace - Leo Tolstoy
25 The Hitch Hiker's Guide to the Galaxy - Douglas Adams
26 Brideshead Revisited - Evelyn Waugh
27 Crime and Punishment - Fyodor Dostoyevsky
28 Grapes of Wrath - John Steinbeck
29 Alice in Wonderland - Lewis Carroll
30 The Wind in the Willows - Kenneth Grahame
31 Anna Karenina - Leo Tolstoy
32 David Copperfield - Charles Dickens
33 Chronicles of Narnia - CS Lewis
34 Emma - Jane Austen
35 Persuasion - Jane Austen
36 The Lion, The Witch and The Wardrobe - CS Lewis
37 The Kite Runner - Khaled Hosseini
38 Captain Corelli's Mandolin - Louis De Bernieres
39 Memoirs of a Geisha - Arthur Golden
40 Winnie the Pooh - AA Milne
41 Animal Farm - George Orwell
42 The Da Vinci Code - Dan Brown
43 One Hundred Years of Solitude - Gabriel Garcia Marquez
44 A Prayer for Owen Meaney - John Irving
45 The Woman in White - Wilkie Collins
46 Anne of Green Gables - LM Montgomery
47 Far From The Madding Crowd - Thomas Hardy
48 The Handmaid's Tale - Margaret Atwood
49 Lord of the Flies - William Golding
50 Atonement - Ian McEwan
51 Life of Pi - Yann Martel
52 Dune - Frank Herbert
53 Cold Comfort Farm - Stella Gibbons
54 Sense and Sensibility - Jane Austen
55 A Suitable Boy - Vikram Seth
56 The Shadow of the Wind - Carlos Ruiz Zafon
57 A Tale Of Two Cities - Charles Dickens
58 Brave New World - Aldous Huxley
59 The Curious Incident of the Dog in the Night-time - Mark Haddon
60 Love In The Time Of Cholera - Gabriel Garcia Marquez
61 Of Mice and Men - John Steinbeck
62 Lolita - Vladimir Nabokov
63 The Secret History - Donna Tartt
64 The Lovely Bones - Alice Sebold
65 Count of Monte Cristo - Alexandre Dumas
66 On The Road - Jack Kerouac
67 Jude the Obscure - Thomas Hardy
68 Bridget Jones's Diary - Helen Fielding
69 Midnight's Children - Salman Rushdie
70 Moby Dick - Herman Melville
71 Oliver Twist - Charles Dickens
72 Dracula - Bram Stoker
73 The Secret Garden - Frances Hodgson Burnett
74 Notes From A Small Island - Bill Bryson
75 Ulysses - James Joyce
76 The Bell Jar - Sylvia Plath
77 Swallows and Amazons - Arthur Ransome
78 Germinal - Emile Zola
79 Vanity Fair - William Makepeace Thackeray
80 Possession - AS Byatt
81 A Christmas Carol - Charles Dickens
82 Cloud Atlas - David Mitchell
83 The Color Purple - Alice Walker
84 The Remains of the Day - Kazuo Ishiguro
85 Madame Bovary - Gustave Flaubert
86 A Fine Balance - Rohinton Mistry
87 Charlotte's Web - EB White
88 The Five People You Meet In Heaven - Mitch Albom
89 Adventures of Sherlock Holmes - Sir Arthur Conan Doyle
90 The Faraway Tree Collection - Enid Blyton
91 Heart of Darkness - Joseph Conrad
92 The Little Prince - Antoine De Saint-Exupery
93 The Wasp Factory - Iain Banks
94 Watership Down - Richard Adams
95 A Confederacy of Dunces - John Kennedy Toole
96 A Town Like Alice - Nevil Shute
97 The Three Musketeers - Alexandre Dumas
98 Hamlet - William Shakespeare
99 Charlie and the Chocolate Factory - Roald Dahl
100 Les Miserables - Victor Hugo
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Five words [Dec. 3rd, 2011|04:38 pm]
naru_06
Gestern wurde unsere allmonatliche Teambesprechung von einem Anruf gesprengt, als wir gerade mitten in spannenden Grundsatzdiskussionen über unser marodes Gesundheitssystem waren, weil, wenn sich Freitag nachmittag um 16 Uhr die Nachtwache für Freitag und Samstag Nacht krank meldet, dann hat man ein Problem.

Naru ist spontan, unverheiratet und ohne Kinder. Deshalb bin ich heute außerplanmäßig wieder eine Nachtschwester und bereite mich innerlich darauf vor, indem ich gute Laune verbreitende Musik von putzigen norwegischen Jungs anhöre (http://www.youtube.com/watch?v=qJD6H-pF0eQ&feature=results_video&playnext=1&list=PL506BC8C15956B8E0).

Außerdem erfreue ich mich gerade generell meines Lebens, die umherrollende Krankheitswelle schwappt bisher immer brav an mir vorbei, die bisherigen Versuche meiner Mandeln, sich mit diffusen Beschwerden zurückzumelden, habe ich erfolgreich in Thymiantee ertränkt, der Herbst war schön, der Winter ist bisher auch sehr schön trocken und ohne Glatteis und sehr mild, so dass ich fleißig in den Bioladen meines Vertrauens marschieren kann an meinen freien Nachmittagen, ohne dabei als Eiszapfen wieder zurückzukommen, und Kürbisse und Himbeerlassi einkaufen kann.

Und nu muss ich mich commes five words widmen, die sie mir hat zukommen lassen:

1) Brot.

Oh, das ist ein weites Feld, Luise. Meine Mama hat früher immer Brot gebacken! Und eine meiner frühen Kindheitserinnerungen, ich war irgendwas zwischen 3 und 6, besteht aus meiner Mama, der Getreidemühle, und einem Nachbarsmädchen namens Melanie, mit der ich aus dem Mehlauffangfach der Mühle die sich dort immer befindenden Mehlreste rausgekratzt hab und sie mit irgendwas angerührt und daraus Fladen geformt habe. Vermutlich haben wir sie danach an ihre Puppe verfüttert, so genau weiß ich das auch nicht mehr. Und später bin ich dann immer in der großen Pause im Gymnasium (von 9.30 bis 9.45, wohlgemerkt) in den nächsten Bioladen gerast, habe fünf Kilo Dinkel und 5 Kilo Weizen eingekauft und dann unter den mißtrauischen Augen meiner Mitschüler den ganzen Tag mit mir rumschleppen müssen. (Naja, sonst hätte es ja kein Brot gegeben, was tut man nicht alles.)
Und als ich auf meinem Bauernhof gewohnt hab, viel viel später, hab ich Holzofenbrot backen gelernt, so ungefähr fünfzig Laibe pro Backofen und ich hatte eine sehr praktische Teigknetmaschine, weil, knetet ihr mal fünfzig Laibe von Hand. Die Narbe zwischen meinem rechten Daumen und Zeigefinger stammt von diesem wunderhübschen Holzofen und einem sehr heißen Backblech, das da drin war. Brotbacken ist etwas sehr Meditatives. Ich empfehle es allen gestressten Burn-Out-Managern, die sich den ganzen Tag mit Tastaturen, Zahlen und Touchscreens beschäftigen.

2)Urlaub

Den ganzen Januar werde ich weg sein! Weit weg! Und über Silvester auch! Ich bin noch ganz fassungslos. Urlaub ist, je nach Destination, ein sehr unökologisches Unternehmen. Deshalb muss ich auch noch irgendwo Bäume pflanzen oder aber dem NaBu was spenden, damit er auch weiterhin Gelbbauchunken rettet oder Moore renaturiert. Ich finde es aber gerade sehr interessant, dass ich gar kein Bedürfnis habe, den Beginn des Urlaubs unglaublich herbeizusehnen bzw. die Zeit bis dahin zu verkürzen. Vermutlich ist dies ein relativ gesundes Gefühl und Anzeichen dafür, dass ich mich gerade auch in meinem Arbeitsleben wohl und nicht zu sehr belastet und überfordert fühle. Ich finde, das sollte so sein. Wenn ich nur auf meinen Urlaub hinleben würde, was sagt das denn über mein sonstiges Leben aus?
Aber ich freu mich auf Sonne.

3) Winter

Im Sommer finde ich den Winter immer schlimmer als im Winter selbst. Ich fürchte, man adaptiert sich so nach und nach an die Dunkelheit und die Kälte. Und wenn's dann mal wirklich eisig und schneeig ist, dann zieht man sich halt warm an und außerdem kommen dann Kerzen und Plätzchen und Tee und Kuscheliges. Doof im Winter ist allerdings, Auto zu fahren. (Ich hatte bisher immer nur im Januar Unfälle und immer nur bei Glatteis. RIP, mein kleines rotes Auto! Ich hoffe, du hast ein schönes Grab gefunden.) Und ja, im Februar, da reicht's mir dann auch irgendwann mal. Wobei Schneeschippen, positiv betrachtet, einen zu vermehrter körperlicher Aktivität zwingt, die einem jedes Fitnessstudio o.ä. erspart. (Dinge, die ich noch nie getan habe: Ins Fitnessstudio gehen. Sind das eigentlich zwei oder drei s?)

4) Holz.

Holz ist einfach! Holz, das ist das waldig riechende schwere berindete Zeugs, von dem Naru und ihr Liebster vor zwei Wochen ca. 2,5 Tonnen halbe Bäume in einen Anhänger gestopft, heimgebracht, ausgepackt, kleingesägt, gespalten und aufgestapelt haben. Danach hatte ich Muskelkater! (Siehe: Dinge, die einem das Fitnessstudio ersparen.) Man kann Lagerfeuer damit machen und den Ofen heizen und es wärmt wunderhübsch, viel schöner als eine Heizung.

5) Straße.

Straße? Straße?? Ich muss in mich gehen. Straße. Ja, hm. Straßen sind schon ganz geschickt, ne. Und die gibt es ja auch schon recht lange, ne, damals, in den alten Asterixen meiner Kindheit, hatten die ja auch Straßen, so mit lauter hubbeligen Steinchen, so ähnlich wie Kopfsteinpflaster. Ansonsten fällt mir dazu nur das alljährlich Lamento im ADAC-Heft ein, dieses unsägliche Seniorenheftchen, in dem jedes Mal auf ca. 20 Seiten für seniorengerechte Handys (mit einem großen roten und einem großen grünen Knopf) und für seniorengerechte Donau-Kreuzfahrten für 399 € mit deutschsprachiger Reiseleitung und abendlichem Unterhaltungsprogramm, ächz, geworben wird, anyway beklagen sich darin in schöner Regelmäßigkeit Menschen über den erbärmlichen Zustand deutscher Autobahnen etc pp und wundern sich dabei nicht wie Naru über diese erheblich zugenommene Anzahl fetter höhergeschraubter Pick Ups oder was auch immer das ist, diese riesigen amerikanischen Karossen mit extra Seitentrittbrett zum Einsteigen, mit denen man eigentlich auf 'ne Safari gehen könnten, und über die Millionen LKWs, die Millionen unnütze Konsumgüter über unsere Straßen schleifen, von denen eine Hälfte von Kindern in China zusammengeschraubt und die andere Hälfte vom Discountfilialmitarbeitern am nächsten Tag wieder weggeschmissen wird. (Taste the waste, anyone?)

Ach ja, die Welt. Kann die mal jemand retten, zwischendurch?
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Schüchterne Tiger [Oct. 12th, 2011|07:20 pm]
naru_06
Herbst!

Meeensch. Naru ist jetzt schon... seit... sechs Monaten ein fleißiges Arbeitsbienchen und wuselt zwischen Ärzten, Putzfrauen, Kaliumchlorid, Chamomilla, Liposarkomen und Evolutionbetten herum.

Momentan bin ich die Nachtschwester. ("Schweschder! Ich muss auf'n Topf!" ist der häufigste Satz, den ich nachts zu hören kriege.) Friedlich sitze ich da und tropfe Novalgintropfen meditativ vor mich hin, räume Schränke um und auf, hüte meine Patientenakten, koche Schachtelhalmtee, hole nachtwandelnde Notfälle ab, stecke sie in ein warmes Bettchen, tröste schlaflose Menschen und verteile Wärmflaschen.

Ansonsten tat ich andere Dinge. Zum Beispiel nach Dresden fahren! Dresden ist eine wunderhübsche Stadt mit vielen vielen schönen alten Häusern und Villen und vielen unschönen neuen Häusern und vielen netten Menschen und einem durchgängig fahrenden S-Bahn-System (nicht so wie hier, wo die letzte S-Bahn nachts um halb eins fährt. Und wo man dann noch von der S-Bahn in einen Bus steigen muss, um nach Hause zu kommen, der natürlich auch nur alle zwei Stunden lostuckert. Glücklicherweise hab ich ein Auto. Ein rotes.).
Dort entdeckte ich eine prima Band namens Les Jupes (http://www.youtube.com/watch?v=Tds0XaKAkus das ist'n schönes Lied.) und war gleich Fangirl :) und latschte nachts durch die Neustadt und traf lustige Menschen und bekam Mangosaft ausgegeben und hörte Helge Schneider auf der Toilette der Lebowski-Bar. Und wie schon im Januar konnte man wieder fleißig Babyzählen veranstalten (lauf eine Stunde durch Dresden und dir kommen gefühlt dreißig Menschen entgegen, die Babys aller Formen und Größen mit einem Babytragetuch um sich rum gewickelt haben) und es gab nur einen einzigen Bioladen in erreichbarer Nähe und der wurde gerade umgebaut. Schlimm, das.
Und die Deutsche Bahn war wieder zuverlässig unpünktlich bzw. stellte sich alle zwanzig Minuten regungslos in die Pampa und beglückte uns mit Durchsagen wie "Unsere Weiterfahrt verzögert sich um unbestimmte Zeit, da uns gerade ein Güterzug mit Volkswagen drauf entgegen kommt, der Vorfahrt hat". (Okay, auf der Rückfahrt warens "Personen auf dem Gleis, wir bitten um Verständnis", als wir eine Stunde zwischen Backnang und Stuttgart herumstanden.) Aber es war schee und da ich danach eh wieder Nachtschicht hatte, war es auch nicht schlimm, dass ich drei Tage hintereinander erst irgendwann morgens mein Bett wieder fand. (Mein Biorhyhthmus! Ich glaube, ich muss ihn allmählich zu Grabe tragen.)

Und und und weil ich sehr verständnisvolle Menschen um mich rum habe, was individuelle Urlaubsplanung angeht, beschloss Naru-Kind, mal fremde Kulturen kennenzulernen und ihren Horizont zu erweitern, d.h. ich ging hin, bekam fünf Wochen Urlaub im Januar und ging Flüge angucken. Nie im Leben war ich bisher auf einem Flughafen geschweige denn in einem Flugzeug! Das wird zwar meinen Öko-Heiligenschein schwer herabdimmen, aber irgendwo gibts sicher noch Ecken, wo man Bäume pflanzen kann. *googelt atmosfair* Ich fürchte, ich werde völlig paralysiert am Flughafen stehen und nicht wissen, was ich tun soll und wohin mit mir und überhaupt und wieso fliegen so schwere Blechkästen überhaupt, ich finde, das widerspricht allen Regeln der Physik, nein, ich will jetzt keine Aufklärung über Auftrieb und Luftwiderstand und Leonardo DaVinci. (Süß fand ich übrigens, dass Diana Wynne Jones, Gott hab sie selig, in "Tale of Time City" Leo DaVinci als Zeitreisenden vom 380. Jahrhundert oder so angelegt hat. :D Ich schmunzelte.)

Süß ist auch der neue Moers, auch wenn das Geschimpfe groß ist von wegen "Das ist ja nur Teil 1!", "Da passiert ja gar nix!", "Langweilige Puppetismus-Abschweifungen!". Naru las es gerne, aber ich bin auch Zamonien-hooked, das muss so. Das ist wie bei Harry Potter. Solange die Fans ihre eigene Welt mit neuen Infos, Personen und Hintergründen ausschmücken können, ist es gar nicht so wichtig, was eigentlich passiert, Hauptsache, man ist wieder drin in diesem Kosmos und kann gucken, was sich hier so alles tut und auf welche alten Bekannte man wieder trifft. Und ich finde die Sache mit den Anagrammen immer noch schnieke. Man kann sich dabei so prima einbilden, eine klassische Allgemeinbildung genossen zu haben, und es ist wie Ostereiersuchen, auch wenn man im Leben noch nie was von Gottfried Keller gelesen hat. (Stimmt doch gar nicht, ich mag Keller.)

Neulich fiel mir ein altes Buch mit deutschen Balladen in die Hände, das mich auf entzückende Weise in den Deutschunterricht zurück versetzte. Mitlesende Menschen fragten nach der dritten Ballade entsetzt, warum die eigentlich immer so tragisch ausgingen und immer diese enttäuschten Liebenden und Kriegsinvaliden und ungesühnte Morde und Füße im Feuer, ach, es ist grausam. (Ich fürchte, die Geschichte ist generell eher grausam. Ach, mein Glaube an das Gute im Menschen wird ab und zu schwer herausgefordert, aber noch geht's.)

Ich werde jetzt Timid Tiger hören. Das beruhigt mich. Und Les Jupes. Und Kürbissuppe essen, aus Butternutkürbissen aus meinem Gärtchen. Und danach arbeiten gehen, als fleißiges Bienchen, und neue Novalgintropfen tropfen.
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